Biostudium Allgemein

ID #1041

Was für Alternativen gibt es, wenn es mit dem Studienplatz nicht klappt (NC)?

Wenn es der eigene Abischnitt nicht erlaubt, direkt an der Wunschuni der Wahl Biologie zu studieren, gibt es einige Möglichkeiten:

  1. Nicht immer ist der letztjährige NC der Weisheit letzter Schluß: es gibt im Nachrückverfahren öfter noch unbesetzte Studienplätze, die auch Bewerbern mit schlechteren Noten einen Zugang zum Studium ermöglichen.

  2. Man kann die entstehende Zeitlücke bis zum Studium mit einem sinnvollen Praktikum bei einer ökologischen Einrichtung verbringen - das kann im Bewerbungsverfahren mancher Unis ordentliche Zusatzpunkte einbringen.

  3. Eine artverwandte Lehre kann sinnvoll sein, um finanziell eigenständiger zu werden und einen praktischen Einblick in die Biologie zu bekommen. Jedoch muss gesagt werden, daß nur artverwandte Lehren wie BTA (Biologisch-Technische Assistentin), CTA (Chemisch-Technisch..), PTA (Pharmazeutisch-Techn..) und evtl. MTA (Medizinisch-Techn..) in Frage kommen - also ist eine Ausbildung zur BTA sicher eine sinnvolle Alternative und bringt später bei der Bewerbung sicher auch Pluspunkte. So denn die entsprechende Uni der Wahl vorangegangene Ausbildungen bei der Studienplatzvergabe berücksichtigt.

    Als BTA mit entsprechendem Arbeitsspektrum während der Ausbildung werden einem evtl. Teile von Praktika erlassen, es ist aber nicht so, daß man als BTA viele Veranstaltungen nicht machen müßte. Dem ist eindeutig nicht so, man kann sich jedoch z.B. eine Woche des 3wöchigen AC-Praktikums sparen, wenn man das dort Durchgeführte vorher schon 2-3 Jahre lang in der Ausbildung gemacht hat. Außerdem kennt man viele Handgriffe schon aus der Ausbildung und tut sich im Studium vielerorts leichter. Es hängt im Einzelnen aber ziemlich genau davon ab, was man in der Ausbildung gemacht hat. Man kann sich dann mit den Veranstaltern im Einzelfall kurzschließen und nach entsprechender Darlegung ("Ich habe 3 Jahre lang anorganische Analysen gemacht" oder "2 Jahre lang Agarose-Gele gegossen / gefahren in der Ausbildung") sind mit entsprechenden Nachweisen sicherlich gute Gründe, die eine oder andere Woche im Praktikum während des Studiums nicht machen zu müssen. Automatisch anerkannt wird eigentlich nichts..

    Und man darf nicht vergessen, dass man während der Ausbildung schon bezahlt wird - da kann man schon mal was für die Studiengebühren auf die Seite legen..

  4. Andere Alternative: Quereinstieg. Damit ist gemeint, daß man sich in einem verwandten Fach (idealerweise ein Studienfach ohne NC wie z.B. Chemie an vielen Hochschulen) einschreibt, dort fleissig Scheine macht und nach 1 oder spätestens nach 3 Semestern versucht, in die Biologie zu wechseln. Fleissig Scheine machen heißt, dass man in seinem "Ausweichfach" auch anstrengt und z.B. in der Chemie das Anorganikpraktikum macht - dies kann man sich dann in der Biologie anrechnen lassen und somit auch nicht nur sinnlos 1-2 Semester Chemie studieren.

    Jedoch sind diese Wechsel in den Unis nicht sehr beliebt, daher der Tipp: immer zielstrebig auf einen Wechsel bemühen, nach 1 Semester sind solche Wechsel sicherlich einfacher darzulegen als nach 7 Semestern Chemie auf einmal in die Biologie wechseln zu wollen. Es gibt auch örtliche Wechselbeschränkungen zu bedenken: manche Unis verbieten Wechsel in NC-Studiengänge unter einem entsprechendem Semesterstand oder Studienfortschritt. Daher sollte man sich immer vor solchen Gedanken mit der Studienberatung der Biologie zusammensetzen und durchsprechen, wie realistisch und einfach solch ein Wechsel möglich wäre.

    Meistens sind in den Studiengängen am Ende vom 2. Semester Orientierungsprüfungen vorgesehen, die ein gesundes Engagement voraussetzen, um sie zu bestehen. Daher sind solche Fake-Chemiestudenten spätestens nach dem 1. Semester ordentlich in Zugzwang - außerdem ist ein Chemiestudium nur chemisch begabten Personen anzuraten, dies kann man nicht einfach so in 6-12 Monaten erlernen. Außer der Chemie gäbe es für Biologie-Interessierte noch die verwandten Fächer Lebensmittelchemie, Biochemie / Biophysik und Ähnliches; außerhalb der Naturwissenschaften ist ein Quereinstieg sicher nur noch von der Medizin aus vertretbar, alles andere verlangt doch sehr viel Glück.
Ihr seht, es gibt immer viele Mittel und Wege, aber Engagement und Anstrengung gehören immer dazu - ein einfaches Unterfangen ist ein Biologiestudium sicher nicht :-)

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Letzte Änderung des Artikels: 2008-02-27 21:29
Verfasser des Artikels: Fatih Demir
Revision: 1.0

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